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Der heutige Tag war von der Früh bis zum Abend vollgefüllt mit
Terminen. Als erstes bin ich um 9:00 Uhr zur Sprechstunde von
Prof. Archana Sathaye gegangen um zu
versuchen in den Kurs Database Management Systems II
hineinzukommen. Als ich in ihr Büro kam, hab ich all die Dinge
zu ihr gesagt, die uns David Rudel, der
Betreuer für Ausstauschstudenten, geraten hat: "Ich bin ein
Austauschstudent auf Einladung der Universität für nur ein
Semester und würde gerne ihren Kurs belegen, damit ich auf
meiner Heimatuniversität mein Studium abschliessen kann und
die Immigrationsbestimmungen erfülle... bla bla". Anstatt mich
gleich in ihren Kurs zu nehmen hat sie mir aber gesagt, ich
soll zum ersten Kurs gehen und mich dort auf die Warteliste
eintragen :-(
Die nächste Station am Vormittag war dann eine Turnhalle am
Campus in dem der Kurs Beginning Volleyball
stattfinden sollte. Auch dort waren sehr viele Leute und der
Trainer hat uns mitgeteilt, dass er nicht viele Leute in den
Beginnerkurs aufnehmen kann, dass aber im Intermediatekurs
noch einige Plätze frei wären. Wenn man schon ein paar mal
Volleyball gespielt hat, könne man ruhig den Intermediate Kurs
belegen, was ich dann auch gemacht habe. - Wow geschafft! Aber
leider zählt dieser Kurs nur für eine Einheit.
Danach bin ich zurück ins Studentenheim um die Bewerbung für
den Marketing Intern Job abzugeben. Dort hab ich
Mika getroffen mit der ich dann gemeinsam
auf dem Campus mittaggegessen habe - diesmal asiatisch
(Brokkoli, Huhn, Reis) - war ganz gut.
Aber eigentlich war ich schon wieder in Eile um zur vorher
angesprochenen ersten Kurseinheit von Database Management
Systems II zu kommen. Die Professorin hat uns mitgeteilt,
was sie so im Kurs machen wird: Transaktionsverarbeitung,
objektorientierte Datenbanken, objektrelationale Datenbanken,
embedded SQL, SQLJ, JDBC, Indexing, Query Optimierung, OLAP,
Data Mining, Data Warehousing. Die gesamte Lehrveranstaltung
beruht im grossen und ganzen auf dem Buch Databases and
Transaction Processing von P.M. Lewis,
A. Bernstein und M. Kifer. Ich konnte aber im
grossen und ganzen nichts anderes erreichen, als mich in die
Warteliste einzutragen - ich werde erst in einer Woche
erfahren, ob ich den Kurs machen kann oder nicht :-(
Im Anschluss daran habe ich wieder einmal versucht,
Prof. Araya in seiner Sprechstunde zu
erreichen... und siehe da - er war auch da! Ich habe ihm
erzählt, dass ich ein Austauschstudent hier bin, ihm schöne
Grüße von einer Professorin der TU Wien Silvia
Miksch ausgerichtet (sie kennen sich) und ihn eben
gefragt, ob er mir eine Art Praktikum oder so im Bereich User
Interface Design, Usability, Informationsvisualisierung
anbieten kann. Er hat mich gleich gefragt, warum ich
eigentlich gerade hier hergekommen bin und nicht nach
Stanford gegangen bin (wäre doch viel besser) - haha,
als ob ich das nicht getan hätte, wenns gegangen wäre. Auf
jeden Fall hat er mir gesagt, dass dort oft Vorträge von
wichtigen Leuten stattfinden, die ich besuchen könnte. Er hat
mir dann nochmal gesagt, dass er dieses Semester keinen Kurs hält,
aber zwei Diplomanden betreut, die so ziemlich seine ganze
Zeit konsumieren und er mir eigentlich nicht wirklich was
anbieten kann :-o Aber er wird überlegen, ob ihm nicht
vielleicht noch was einfällt. Ok, Zeit für Plan B. Ich hab
nämlich im Internet nach Publikationen von ihm gesucht und
eine über interaktive Lernumgebungen gefunden... "Ich
hab da eine Publikation von ihnen zum Thema interaktive
Lernumgebungen gefunden, gibts da vielleicht etwas in diesem
Bereich?" Antwort: "Das ist mittlerweile schon zwei Jahre her
und eigentlich hab ich das Interesse an diesem Thema verloren,
aber vielleicht fällt mir ja noch wase ein" :-( ... Ok, einen
hab ich noch - Plan C: "Haben sie vielleicht Verbindungen zu
irgendwelchen Firmen hier, bei denen ich in diesem Bereich
etwas machen könnte?" Kurz und gut: nicht wirklich. Er wird
aber versuchen mit Lee Brownston Kontakt
aufzunehmen, der ein Forschungszentrum der NASA leitet -
vielleicht ergibt sich ja da etwas... Naja irgendwie hab ich
mir das ganz anders vorgestellt und seine Aussagen klangen
alles anderes als vielversprechend :-(
Nachdem ich mich von diesem Schock einigermassen erholt hatte,
bin ich zum nächsten Kurs namens Unix System
Administration aufgebrochen um zu versuchen dort
hineinzukommen. Als ich am Labor angekommen bin schwante mir
aber schon Übles: ein ganzer Haufen Leute stand davor - aber
gut - think positive - ich bin ja ein Graduate- und
Austauschstudent und sollte daher Priorität vor Undergraduate
Studenten haben. Natasha Khuri, die
Lehrveranstaltungsleiterin, liess erstmal nur die Leute in das
Labor, die bereits fix angemeldet waren. Und... es standen
immer noch viel zu viele Leute vor der Tür - also wieder den
Namen auf eine Warteliste schreiben. Nach ungefähr 20 Minuten
kam Fr. Khuri dann aus dem Labor und hat sich die Liste mit
ungefähr 30 Einträgen geschnappt. "Ich habe 5 freie Plätze und
die Vergabe der Plätze erfolgt als Lotterie." Na supa... so a
sch*!? Die im Labor sitzenden Studenten haben irgendwelche
Nummern genannt, die dann reingekommen sind - und ich war
nicht dabei :-( Wir können es ja beim nächsten Termin nochmal
versuchen bzw. wird sie es dem Institut sagen, dass sie
vielleicht noch einen zusätzlichen Termin anbieten.
Auf dem Weg zum Abendessen hab ich dann darüber nachgedacht,
ob ich es beim nächsten Termin nochmal versuchen sollte oder
nicht. Im Endeffekt hab ich mich dafür entschieden und bin
eine Stunde später wieder vor dem selben Labor gestanden. Nur
diesmal waren noch viel mehr Leute da :-( Genauer gesagt 40
Studenten und es gab einen freien Platz - no way to get in!
Na gut, aber einen hab ich noch... Dieser Kurs wird auch noch
von jemandem anderen gehalten (Martie
Broomin). Und dessen Sprechstunde hatte gerade
begonnen - also bin ich dorthin gegangen. Auch ihm hab ich
wieder die Story mit Austauschstudent, bla bla erzählt - ist
ihm aber ziemlich am A*!? vorbei gegangen. Er hat mich
gefragt, ob ich die Voraussetzungen erülle (Voraussetzung für
diesen Kurs ist Fundamentals of Unix System
Administration, wo es um grundlegende Tools, die
Installation, usw. geht. Weil ich auf der Hauptuni in Wien
einen Kurs besucht habe, der diese Themengebiete abgedeckt
hat, dachte ich mir, es wäre kein Problem - falsch gedacht!
"Es gibt so viele Studenten, die den Vorkurs schon besucht
haben und jetzt diesen machen wollen bla bla bla." Ich könnte
höchsten versuchen diesen zu besuchen. Dafür müsste ich aber
eine Art Qualifizierungsprüfung machen, die morgen
stattfindet. Zum Spottpreis von $ 25 US könne ich daran
teilnehmen und würde dann nächste Woche erfahren, ob ich in
den Vorkurs komme. Ich hab ihn dann noch gefragt, was denn
Stoff für diese Vorprüfung sei und er hat mir das Buch
gezeigt, dass Voraussetzung ist. Grundsätzlich weiss ich die
Sachen die er aufgezählt hat, nur nicht auswendig und ich
müsste mich auf jeden Fall darauf vorbereiten. In weniger als
einem Tag? - No way! ... Damit ist auch dieser Kurs für mich
gestorben - RIP :-(
Da ich im Anschluss 2 Stunden Pause hatte, bin ich zurück ins
Studentenheim gegangen und habe mir zwei Folgen von
Friends im Fernsehen reingezogen um mich
wieder halbwegs von den Tiefschlägen zu erholen.
Um 20:30 Uhr hat dann der letzte Kurs für den heutigen Tag
begonnen. Diesmal einer für den ich bereits registriert bin,
Computer Networks, den ich aber eigentlich nicht
machen wollte, weil ich daheim bereits einen ähnlichen besucht
habe. Wenn ich jedoch in keine anderen Kurse reinkomme werd
ich den aber wohl oder übel nehmen müssen. Mit der Ausnahme
des Vortragenden Paul Sanghera war der
Kurs bzw. die Vorschau auf die behandelten Themen ganz
interessant. Dafür war der Vortragsstil umso schlimmer: Ich
habe auf der TU im vorigen Semester die Lehrveranstaltung
"Didaktik in der Informatik" besucht, indem der Professor
einen Beispielvortrag gehalten hat in dem er alles falsch
bzw. schlecht gemacht hat was man so machen kann. Und genau an
das hat mich dieser Kurs erinnert: Der Vortragende kommt rein
und sagt kein Wort ... er richtet sich seine Sachen her
(Overheadprojektor usw.) und sagt noch immer kein
Wort. Irgendwann beginnt er dann doch ziemlich undeutlich und
leise zu sprechen bzw. besser gesagt zu murmeln. Kurz gesagt -
der Vortragsstil ist unter jeder Sa*. Und die Minuten scheinen
endlos zu werden. Gott sei Dank haben wir heute früher
aufgehört, ich kann nur hoffen, dass es besser wird.
Wieder zurück im Studentenheim gabs eine kurze Einführung in
die Benutzungsregeln des Computerraums. Danach hab ich mich
daran gemacht, mein Programmierprojekt für Advanced Topics
in Computer Science fertigzustellen - und es funktioniert
sogar! Wenigstens ein Erfolgserlebnis heute...
Ja, im grossen und ganzen war der ganze Tag ziemlich
niederschmetternd. Ich hoffe, dass ich wenigstens in den
Datenbankkurs reinkomme und evt. den Kurs User Interface
Design for Information Systems besuchen kann, der nächste
Woche beginnt.
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